Tür für Tür – Mannheims nachhaltiger Adventskalender

 In BAStA, Kultur, Studileben

von unserem Redaktionsmitglied Ines Hickl

Die Klausurenphase naht mit unaufhaltsamen Schritten. Doch bringt sie neben zahlreichen Stunden in der Bibliothek, verregneten Herbsttagen und Studierenden am Rande der Verzweiflung auch Positives mit sich: Von Glühwein angeheiterte Studis laufen durch die Flure der Uni, Waffelduft weht über den Schneckenhof und es fällt einem wieder ein, wie unglaublich nah Weihnachten und die Adventszeit schon sind. Und was gehört mehr zur Vorweihnachtszeit als Kekse, Punsch und ein Adventskalender mit Herz?
Gloria Biasion und vier ihrer Kommiliton*innen haben für dieses Jahr einen ganz besonderes Projekt gestartet: “Tür für Tür”, einen nachhaltigen Adventskalender, den ihr bis 29. November noch im Schneckenhoffoyer für 5€ erwerben könnt.
Wir haben mit der Initiatorin über ihr Projekt gesprochen:

Liebe Gloria, wer gehört noch zum Projekt “Tür für Tür”?
Zum “Tür für Tür”-Projekt gehören noch vier weitere Freunde und Kommilitonen von mir, mit denen ich, unter anderem, die Leidenschaft für gutes Essen und Trinken teile. Julia, Christina und Florian studieren den Master of Management, Pascal den Master of Laws und ich Kultur und Wirtschaft an der Uni Mannheim.

Was ist das Konzept hinter dem Adventskalender?
Hinter den 24 Türchen verstecken sich Coupons mit Vergünstigungen für Cafés, Restaurants, Läden und Initiativen, die im Jahr 2019 eingelöst werden können. Mit den Coupons können Studierenden coole, oftmals unbekannte Orte in Mannheim entdecken und gleichzeitig hochwertige und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu genießen. Um die Orte besser kennenzulernen, gibt es im Dezember täglich ein kleines Video auf Facebook und Instagram, in dem sich der Besitzer des Türchens vorstellt.
Unsere Definition von nachhaltigen Lebensmittelkonsum ist, dass die Lebensmittel entweder regional, saisonal, sozial, ökologisch oder fair sind. Außerdem achten wir auch auf verringerten Fleischkonsum. Eines dieser Kriterien musste die Organisation auf jeden Fall erfüllen, um bei unserem Adventskalender dabei zu sein!

Wie seid ihr auf die Idee für euer Projekt gekommen und warum gerade ein Adventskalender?
Die Idee ist im Rahmen eines Social Entrepreneurship Seminars bei dem Christina, Julia und Flo dabei waren, entstanden. Die Aufgabe bestand darin, einen Businessplan zu entwerfen und somit kam die Idee des sozialen “Tür für Tür” Projektes. Dann sind Pascal und ich dazu gekommen, da wir von der Idee begeistert waren und das Projekt unterstützen wollten.
Wir haben einerseits festgestellt, dass nachhaltiger Lebensmittelkonsum vor allem unter Studierenden als kostspielig angesehen wird und andererseits oft die nötigen Informationen, Tipps und Tricks fehlen, wie man den eigenen Lebensmittelkonsum nachhaltiger gestalten kann. Und genau das, wollen wir damit ändern. Das war der Startschuss zur Realisation unseres Projektes!
Wir sind der Meinung, dass wir mit einem Adventskalender jungen Menschen ein greifbares, cooles und vor allem wirkungsvolles Produkt bieten. Dementsprechend sind hinter den Türchen Organisationen, die ein vielfältiges Programm anbieten, sodass wirklich für jeden etwas dabei ist.

Welche Hürden musstet ihr bei der Umsetzung eurer Idee überwinden? Wie war das Feedback, das ihr bei der Planung von anderen bekommen habt?
Eine der größten Hürden war definitiv der Zeitdruck, den wir hatten. Wir haben erst vor ein paar Monaten beschlossen, den Adventskalender zu realisieren. Bei der Gestaltung des Layouts sowie auch bei der Gründung kam es dann zu Verzögerungen, wobei wir kurz dachten, dass alles sehr knapp werden könnte. Wir haben dennoch als Team konstruktiv kommuniziert, zusammengearbeitet und schlussendlich hat doch alles geklappt. Darüber sind wir sehr glücklich!
Das Feedback von Freunden, Kommilitonen, etc. war sehr positiv und hilfreich. Geäußerte Kritikpunkte haben wir nach Möglichkeit direkt umgesetzt. Gerade von den teilnehmenden Organisationen haben wir viel Zuspruch erhalten, der uns zusätzlich motiviert hat. Wir hätten bei manchen Dingen früher anfangen sollen – aber ansonsten sind alle sehr begeistert und freuen sich auf den Kalender!

Für wen ist der Adventskalender eurer Meinung nach gedacht und was geschieht mit den Erlösen eures Projekts?
In erster Linie haben wir Studierende als Hauptzielgruppe. Also junge Menschen, die wir für ihren weiteren Lebensweg inspirieren wollen und die oft auch weniger Budget zur Verfügung haben, um Cafés auszuprobieren und gute Lebensmittel zu kaufen. Daher verkaufen wir an unserer Uni, an der Hochschule und an der Akademie für Waldorfpädagogik.
Die Erlöse des Projekts gehen an Mannheimer Studierendeninitiativen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen. An wen es konkret geht, steht gerade noch nicht fest, aber wir haben schon ein paar Initiativen ins Auge gefasst. Das werden wir dann auf jeden Fall über unsere sozialen Medien (Facebook und Instagram) berichten, sobald die Entscheidung gefallen ist.

Habt ihr vor, das Projekt im nächsten Jahr wieder durchzuführen? Oder denkt ihr sogar noch größer und plant schon die nächsten Projekte zum Thema Nachhaltigkeit?
Aktuell wissen wir noch nicht, ob wir nächstes Jahr dieses Projekt erneut realisieren werden. Wir wollen erst einmal sehen, wie sich der Kalender verkauft und ob wir mit Tür für Tür zum Reflektieren über die Ernährung anregen können. Dazu wollen wir Feedback einholen und eine Schlussbilanz ziehen. Wir sind aber guter Dinge!
Und ja, auf jeden Fall denken wir größer! Dieses Projekt kann genauso in anderen Städten Erfolg haben und da demnächst einige von uns nicht mehr in Mannheim sein werden, könnten wir es sogar umsetzen! Der Wille ist da.

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